geschichte tutorium

Friday, January 13, 2006

Franz Boas - Cultural anthropology

Franz Boas (1858 – 1942)

Der Ansatz der nordamerikanischen Anthropologie, den Franz BOAS entwickelte, inspirierte und verbreitete, wird KULTURRELATIVISMUS genannt. Boas ist gebürtiger Deutscher und Ende des 19. Jahrhunderts in die Vereinigten Staaten emigriert, wo er die Kulturanthropologie begründete (Cultural Anthropology).

Ich möchte nun genauer auf die Spezifika seines Ansatzes und der cultural anthropology eingehen:

Anti – Rassismus:
Die Anthropologie des 18. und 19. Jahrhunderts war stark geprägt von rassistischen Annahmen, die auf der Biologie des Menschen beruhte und diese in Gruppen einteilte. Es finden in diesem Kontext Gehirnvermessungen, Abwiegen von Gehirnmassen und Ähnliches statt. Johann Friedrich von Blumenbach und die Adoptionspolitik beispielsweise, teilten die Menschen in verschiedene Rassen ein, die unterschiedlich bewertet wurden. Ebenfalls gab es unter vielen Wissenschaftlern den Glauben an die Polygenese, was bedeutet, dass Menschen aus verschiedenen göttlichen Ursprungs stammen und sie dadurch mehr oder weniger wert sind und dadurch unterschiedlich behandelt werden können. [1]

Franz Boas übt Kritik an den bisherigen Theorien und setzt somit einen Bruch dieser klassischen Positionierung. Eine der wichtigsten Aspekte in Boas Arbeit ist, dass er zum ersten Mal (in den 30er Jahren) Sprache, Kultur und Rasse streng trennt.
Zu dieser Theorie kam er, nachdem er die Nordwestküste der Vereinigten Staaten erforschte und deren Sprachmerkmale verglich. Er kam zum Ergebnis, dass
o Verschieden aussehende Menschen oftmals die gleiche Kultur teilen
o Man kann daher nicht von natürlichen Rassen sprechen!
An der Universität von Atlanta hielt Boas einen Vortrag zur GLEICHHEIT ALLER MENSCHEN, wodurch es keine Überlegenheit und Unterlegenheit geben kann.
Nach diesem Modell gibt es keine biologisch, sondern nur konstruierte Rassen bzw. ethnische Gruppen. Es gibt daher keinen Zusammenhang zwischen Rasse und biologischen Merkmalen. [1] Er wandte sich auch stark gegen den aufkommenden Nationalsozialismus in seinem Heimatland Deutschland.

Unterschiedlichkeit der Völker und Kulturen
Boas weist auf die Vielfalt der Kulturen hin. Er meint, dass Kulturen im Laufe der Zeit entstehen und gemeinsame Bräuche, Erlebnisse und vor allem eine gemeinsame Geschichte die Kulturen ausmacht und unterscheidet. Die Völker entwickeln aufgrund von Tradition und Bräuche eigene Kulturen und grenzen sich dadurch von anderen ab. Man kann diese Kulturen auch nicht richtig von außen verstehen, man kann sie aber erlernen, wie man eine Sprache erlernt. Boas wandte sich gegen die armchair Ethnologie und betrieb viel Feldfrorschung.

Kulturrelativismus
Ist ein in der Ethnologie methodologischer Ansatz, dem zufolge kulturelle Phänomene nur innerhalb ihrer spezifischen kulturellen und sozialen Rahmenbedingungen verstanden und bewertet werden können. [2]
Grob gesagt handelt es sich dabei um eine Sicht auf die Kultur, die besagt, dass Kulturen offene Systeme sind, die aus einzelnen Teilen bestehen, die in der Summe gesehen ein kollektives Ganzes ergeben. Wie bereits oben erwähnt, kann Kultur nur aus dem Inneren heraus verstanden werden. Edward Said spricht in den 1970er Jahren vom Orientalismus, der dieses Phänomen aufgreift. Said wirft den westlichen Wissenschaftlern vor, dass sie den Nahen Osten nicht verstehen können, weil man Teil des Systems sein muss, um es zu verstehen, ansonsten erforscht man bloß Stereotypen und die Wahrheit wird verzerrt. [3]
Dieser Kulturrelativismus wird als Widerspruch und Gegensatz zum Ethnozentrismus und zum Evolutionismus gesehen.
Beim Ethnozentrismus handelt es sich vor allem durch eine Gruppierung und gleichzeitigen Bewertung verschiedener ethnischer Gruppen.
Die Evolution wird in der Biologie als „Verlauf der Stammesgeschichte von den niedrigsten Organisationsstufen des Lebens bis zu den heutigen hochorganisierten Formen“ gesehen [4]. Im Ansatz darauf gingen die Anhänger des Evolutionismus davon aus, „dass alle Kulturen verschiedene Stadien der gleichen, unilinear verlaufenden Entwicklung durchleben, die nach bestimmten, vorgegebenen Gesetzmäßigkeiten, von einfachen Strukturen hin zu komplizierten Systemen, verläuft.“ [2]. Im Gegensatz dazu meint Boas, dass sich Kulturen aufgrund von Geschichte und sonstigen Einflüssen unterschiedlich entwickeln und sie dadurch nicht vergleichbar sind.

Nachfolger
Alfred Kroeber (1876 – 1960) war ein Schüler Boas, der die kulturrelativistische Theorie vertiefen wollte. Kroeber sieht Kultur als etwas „Superorganisches“, also etwas, das über das Organische hinausgeht. Er war auch Archäologe und untersuchte die Kultur anhand ihrer Geschichte, da er die Wurzeln der Kultur in ihrer Geschichte sieht. Er setzte sich als einer der ersten Wissenschaftler mit den aussterbenden indigenen Völker Australiens auseinander. [5]
Edward Sapir (1884 – 1939) war amerikanischer Ethnologe und Linguist, ebenfalls Schüler von Boas und führend in der amerikanischen strukturellen Linguistik. Er verband die Forschungsrichtungen der Linguistik und Ethnologie, indem er meinte, dass die Linguistik / die Eigenheit der Sprache das menschliche Denken steuert. Er stellte mit seinem Schüler Whorf die sogenannte „Sapir – Worf – Hypothese“ auf, die besagt, dass auch Raum und Zeit von der Sprache abgeleitet sind. Sie meinen, dass durch die Sprache ein völlig unterschiedliches Raum- und Zeitdenken haben. Überspitzt gesehen, würde das heißen, dass Menschen verschiedener Sprachkulturen einander nie vollkommen verstehen könnten. [5]

Wichtigsten „Erben Boas“:

Ruth Benedict (1887 – 1948) gilt als eine der wichtigsten Vertreter der von Boas begründeten kulturrelativistischen Schule. Sie versuchte vor allem, eine Beziehung zwischen dem Individuum und der Gesellschaft herzustellen, wobei sie vor allem auf Verhaltensmuster einging, die das individuelle Handeln beeinflusste. Sie legt unter anderem Wert darauf, wie sich Werte und Normen der Gesellschaft auf den einzelnen Akteur auswirken. Sie brachte auch die Psychologie ins Spiel und stellte dadurch spezielle „patterns of culture“ auf, wonach auch ihr Hauptwerk benannt ist. Diese Kulturtypen bestehen aus verschieden stark ausgeprägten Kulturmerkmalen, wodurch sich auch die einzelnen Kulturen unterscheiden, in denen es schlussendlich auch verschiedene ideale Persönlichkeitstypen gibt. [6]
Normalität ist an den Kontext gebunden – das soll heißen, dass jede Kultur etwas anderes als „normal“ betrachtet. Mit diesem Denken kommt sie allerdings zum gleichen Dilemma, wie Charles Taylors Sicht über die Kulturen, der meint, dass:
Jene Kulturen, die sich über lange Zeit entfaltet haben, unsere Achtung verdienen (was noch nicht mit Benedict korreliert, aber das Dilemma folgt)
Aber diese Werte (die als „normal“ betrachtet werden, können mit Aspekten einhergehen, die wir verachten müssen. [7]

Margarete Mead (1901 – 1978) arbeitete unter Boas und untersuchte das „coming of age“ unter den jungen Mädchen dort. Sie kam zum Schluss, dass vorehelicher Sex ohne Liebesverhältnis dort normal sei und es keine jugendliche Rebellion gibt. Diese Thesen wurden allerdings widerlegt, da sie eine zu einseitige Forschung dort betrieb. Mead war von Boas stark beeinflusst und war eng mit den „patterns of culture“ und den Kulturtypen von Ruth Benedict, mit der sie auch gemeinsam forschte, verbunden. Mead war eine sehr präzise Feldforscherin und forschte vor allem im südpazifischen Raum. Eine der wichtigsten Schlüsse, zu denen sie kam war, dass Geschlechterrollen kulturell bedingt sind und nicht genetisch vorgegeben. Margaret Mead versuchte, ihre ethnologische Forschung zum Nutzen der Menschen einzusetzen und wurde durch diverse Fernsehauftritte zu einer berühmten Person und eine der zentralsten Personen in der „cultural anthropology“ des 20. Jahrhunderts. [6]

Ich denke, dass Franz Boas sehr gute Forschung betrieb und sehr wesentliche, neuen Aspekt in die Wissenschaft gebracht hat. Vor allem der Bruch mit dem – bis zu ihm – bestehenden rassistischen Kulturauslegungen, war für die Ethnologie sehr wichtig. Die wesentlichen Gedanken des Kulturrelativismus kann man aus der heutigen Sicht immer noch teilen und haben weiter Bestand. Die Gleichheit aller Menschen, die er trotz aller bisherigen Theorien offen darlegte, verdienen große Achtung und war sicher auch für spätere Anti – Rassismus Bewegungen von großer Bedeutung. Boas versuchte, den noch nicht sehr langen Irrglauben der biologischen Ungleichheit wieder zu verdrängen, was ihm leider nicht gelungen ist. Er hat allerdings viel für die Ethnologie und die Wissenschaft im Allgemeinen beigetragen.


Literatur:

[1] Ringvorlesung Ethnizität, Nationalismus, Rassismus, Kolonialismus
Davis – Sulikowsky „Rassismus allgemein“

[2] Microsoft Encarta Enzyklopädie Professional 2004. © 1993-2003 Microsoft Corporation.

[3] Ringvorlesung Ethnizität, Nationalismus, Rassismus, Kolonialismus
Rasuly – Paleczek „Postcolonial and Subaltern Sudies“

[4] Der Brockhaus. In einem Band Jubiläumsedition. 11., aktualisierte Auflage Brockhaus GmbH Leipzig 2005.

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite

[6] http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~tkirrste/ethno_startseite.html (Stand: 11.01.2005)

[7] Taylor, Charles, 1992. Multiculturalism and the politics of recognition. Princeton UP

Saturday, November 26, 2005

geschichte tutorium

Émile Durkheim 1858 - 1917

Émile Durkheim wurde am 15. April 1858 in Épinal, in Frankreich als Sohn einer jüdischen Familie geboren. Er studierte Philosophie und Geschichte in Paris, lehrte zuerst als Gymnasiallehrer und wurde nach einem Deutschlandaufenthalt Universitätsprofessor in Bordeaux, bevor er an die Sorbonne in Paris kam.

Durkheim gründete 1898 das erste französische sozialwissenschaftliche Journal, „Année sociologique“, das neben der Soziologie auch andere Fachbereiche behandelte, wie Philosophie, Ökonomie usw.. Es wurde sehr einflussreich und auch für die Ethnologie sehr wichtig wurde, da es ihre Legitimität stark vertrat und bekräftigte. In Bordeaux bekam er 1887 eine für die Soziologie – Geschichte wichtige Einstellung, nämlich als Professor für Soziologie und Pädagogik, somit die erste Professur für Soziologie, wodurch er die Soziologie gleichzeitig zur universitären Disziplin machte. „1896 erhielt er hier den für ihn neu geschaffenen Lehrstuhl für Pädagogik und Sozialwissenschaften.“ (© 1993-2003 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.)
Im Jahre 1906 kam er an die Universität von Sorbonne, wo er einen Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften bekam, der 1913 in Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften und Soziologie umbenannt wurde. Während des ersten Weltkrieges setzte er sich für die Landesverteidigung ein und versuchte, die deutsche Propaganda zu unterbinden. Émile Durkheim starb am 15. November 1917 in Paris.

Spezifika seines Werkes

 Arbeitsteilung
„Ähnlich wie Herbert Spencer sah Durkheim den geschichtlichen Wandel der Moderne im Zusammenspiel von anwachsender Bevölkerung und zunehmender gesellschaftlicher Arbeitsteilung (1893; De la division du travail social; Über die Teilung der sozialen Arbeit).“ (© 1993-2003 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.) Er meint in dieser Dissertation, dass sich die moderne Gesellschaft weg von der mechanischen Solidarität, in der sich kleine Gesellschaften selbstversorgt haben, hin zur organischen Solidarität entwickelt. In dieser herrscht eine hohe Arbeitsteilung und Konkurrenz, wodurch die Solidarität der Gesellschaft erhalten bleibt.

 Totemismus
Sein Werk „Les formes élémentaires de la vie religieuse“ („Die elementaren Formen des religiösen Lebens“) beschäftigt sich mit Religionsanthropologie und speziell mit Totemismus und ist daher für die Ethnologie sehr wichtig.
„French sociologist Emile Durkheim (1963 [1898]) argued that the most ’primitive’ of men were in awe of blood and refused to cohabit with females of their respective clans, since they believed that their totemic gods inhabit this clan blood.” (Barnard 2000, S. 34)
Durkheim sucht einen gemeinsamen Kern aller Religionen und beschäftigt sich dabei mit den von ihm genannten „primitiven Religionen“, deren Ursprung er im australischen Totemismus sieht. Barnard vergleicht die Sichtweisen Durkheims mit denen von Radcliff-Brown, die nicht immer übereinstimmen:
„He builds on Durkheim’s ideas of totemism, as he agrees with Durkheim that totems have the function of expressing clan solidarity. However he disagrees with Durkheim about the relationship between species and ritual. Durkheim argues that because given species represent social groups, these species are made the objects of ritual activity.” (Barnard 2000, S. 75)

 Sakral / profan
“Durkheim, who assumed that a distinction is made between the profane and the sacred in every society, and who confines religion to the sacred domain.” (Eriksen 2001, S. 210) Richter fasst das so zusammen: “Religion ist universell. In allen Gesellschaften findet sich eine Unterscheidung von Heiligem und Profanen, welche die Religion konstituiert. Gesellschaft wird durch Religion gesteuert. An ihr orientiert sich das Soziale, das wiederum zwanghaft auf die Handlungen des Individuums Einfluss nimmt.“ (Richter 2001, S. 61)
Durkheim sieht die zentrale Aufgabe der Religion in der Unterscheidung vom Heiligen und Profanen. Diese Auffassung verbreitete sich allerdings nicht und wurde bald widerlegt.

 „Les formes élémentaires de la vie religieuse“ (Die elementaren Formen des religiösen Lebens) 1912
In diesem Werk beschäftigt sich Durkheim, noch einmal zusammengefasst, mit den beiden gesellschaftlich anerkannten Werten Moral und Religion. Das Werk wird speziell in der Religionsanthropologie für sein Hauptwerk empfunden. Durkheim bekräftigt darin, dass der Niedergang dieser Werte zur Zerstörung der sozialen Ordnung führen würde, was letztenendes in der Anomie (Gesetzlosigkeit), Unsicherheit und Angst in der Gesellschaft enden würde.

 „Le suicide“ (Der Selbstmord) 1897
Vor allem die Soziologen sehen dieses Werk als Hauptwerk Durkheims an, das die Soziologie revolutionierte und den Anfang der Empirie zur Folge hatte.
“Durkheim reports from archival sources that statistics differ for suicide rates among Catholics and Protestants, rural people and city dwellers, married and unmarried, young adults and older people, and so on.” (Barnard 2000, S. 64)

Er verglich anhand von Archivdaten die Biographien von Selbstmördern und kam zum Ergebnis, dass Selbstmord nicht nur aus persönlichen Gründen vollzogen wird, sondern ebenso gesellschaftliche Gründe hat. Er erkannte Unterschiede in der Religionsbekenntnis von Selbstmördern, im Alter, im Familienstand, Stadt – Land und so weiter. Er folgerte daraus:

“the taking of one’s life, has at its heart a social basis” (Barnard 2000, S. 64)

Sogar so ein offensichtlich selbstloses Handeln, wie der Selbstmord, hat soziale Ursachen, wie der berühmte Soziologe Anthony Giddens so formuliert: “Even though humans see themselves as individuals exercising free will and choice, their behaviours are often socially patterned and shaped. Durkheim’s study showed that even a highly personal act like suicide is influenced by the social world.” (Giddens 2001, S. 10)
Durch dieses Werk legte Durkheim den Grundstein für die empirische Sozialforschung.

Neuerungen im Denken Durkheims

 Empirie
In erster Linie revolutionierte Durkheim das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Forschung, die in vielen Forschungsrichtungen übernommen wurden. Mit Hilfe seines Werkes „Le suicide“, das er 1897 schrieb, zeigte er, wie wichtig es ist, empirische Daten zu vergleichen und auszuwerten. Seit Durkheim ist vor allem in der Soziologie, aber auch in anderen Forschungsrichtungen die empirische Sozialforschung einer der wichtigsten Bestandteile der Forschung.
„Durkheim entwickelt in seiner Soziologie die Grundlage für die empirische Sozialforschung des zwanzigsten Jahrhunderts. Seine wesentliche Idee ist, dass soziale Phänomene als Dinge zu behandeln sind, die wie direkt beobachtbare Dinge analysiert werden können.“ (Richter 2001, S. 61)

 Anforderungen einer Theorie
Durkheim stellt 3 Forderungen an die Theorie – sie muss:
o rational durchsichtig
o empirisch nachweisbar
o moralisch verpflichtend
„Rational durchsichtig ist sie, wenn sie sich auf die soziale Tatsache konzentriert, empirisch beweisbar ist sie durch eine bestimmte Methode und moralisch verpflichtend ist sie, wenn sie auf die Totalität der Gesellschaft abzielt.“ (Richter 2001, S. 51)
Diese Forderungen haben auch in der heutigen Wissenschaft seine Berechtigung. Als Methode nennt Durkheim den Vergleich, es gibt allerdings heute auch andere Methoden, mit denen man eine Theorie aufbauen kann. In dem Punkt der „moralischen Verpflichtung“ ist man sich nicht einig. Es gibt Vertreter, die meinen, dass die Soziologie nur Probleme aufzeigen soll, sie durch bestimmte Methoden zu belegen, jedoch die Lösung dieser Probleme anderen Wissenschaften zu lassen. „Durkheim bleibt nicht bei dieser Analyse stehen. Er fragt weiter, welche Konsequenzen sich für das praktische Handeln daraus ergeben. Kann und soll man Selbstmorde verhindern?“ (Richter 2001, S. 60)
o Soziale Tatsache
“social facts – aspects of social life that shape our actions as individuals, such as the state of the economy or the influence of religion. Durkheim believed that societies have a reality of their own - there is more to society than simply the actions and interests on its individual members. According to Durkheim, social facts are ways of acting, thinking or feeling that are external to individuals and have their own reality outside the lives and perceptions of individual people.” (Giddens 2001, S. 9). Wie oben bereits erwähnt, müssen Theorien rational durchsichtig sein, was heißt, dass sie sich auf diese sozialen Tatsachen konzentrieren muss. Diese sozialen Tatsachen sind sehr schwierig zu finden, da sie meist selbstverständlich sind – leichter zu sehen sind sie in uns fremden Gesellschaften, die uns nicht so selbstverständlich sind, wie die eigene.


Literaturverzeichnis:
Giddens, Anthony, with the assistance of Karen Birdsall, 2001: Sociology, Fourth Edition. Cambridge: Polity Press.

Richter, Rudolf, 2001: Soziologische Paradigmen. Eine Einführung in klassische und moderne Konzepte. Wien: WUV-Universitätsverlag.

Barnard, Alan, 2000: History and Theory in Anthropology.Cambridge: University Press.

Eriksen, Thomas Hylland, 2001: Small Places, Large Issues. An Introduction to Social and Cultural Anthropology. Second Edition. London: Pluto Press.

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Tuesday, November 22, 2005

hallo

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